27. August 2010 in Arbeitstier
Kaum hat’s angefangen, habe ich auch schon 25% meines Praktikums hinter mir. Stichpunktartig einige Bemerkungen.
a) Bisher fand es nur ein einziger Schüler äußerst witzig, dass mein Nachname ungefähr so klingt wie das, womit man Autos betankt (nicht Diesel, das andere). Sehr gut, in der Grundschule wurde ich damit wirklich überstrapaziert, was jetzt aber nicht heißt, dass ich lieber Müller-Maier-Schulze heißen würde.
b) An der Gesamtschule hat man schon etwas andere Kinder als am Gymnasium vor sich. An der Oberschule ist aber nochmal ein ganz anderer Schlag. Heute war eine Oberschulklasse im Klassenzimmer neben dem einen Deutschraum, das hat mir von der Geräuschkulisse her absolut gereicht. Aber die Schüler sind nett. Die allermeisten haben auch schon verstanden, dass es keine Strafe ist, wenn sie sich mit mir den Tisch teilen müssen.
c) Macht Spaß. Alles in allem. Es ist ja immer schön, wenn man merkt, dass das, was man in den Vorlesungen lernt, nicht komplett an der Realität vorbeigeht. Gespräche mit den Lehrern sind auch immer sehr angenehm, was von ihrem Erfahrungsschatz mitnehmen und so.
Weniger fetzig: Das fin de siècle, Freud und Schnitzlers Dramen. Das Thema gefällt mir zwar nach wie vor, aber im Moment sieht das Word-Dokument noch nicht so aus, als wäre es in 4 Tagen eine ausgedruckte, verbriefumschlagte und Richtung Liechtenstein geschickte Hausarbeit.
Aber da ich ja seit dem Studium total glücklich, zufrieden und positiv eingestellt bin: Juhu, es hat nun sogar einen driftigen Grund, weshalb ich mir morgen beim Stadtfest nicht Marquess angucken kann. Muss ja hochkonzentriert an meiner Hausarbeit schreiben.
24. August 2010 in Arbeitstier
Nach einer lustigen Runde “Finde Lehrerin [XY] und den dazugehörigen Raum!” (dieses Schulhaus ist so unglaublich komplex, ich werde mich da noch mindestens 187 Mal verlaufen), stand ich heute am Ende der Mittagspause bereit, um den 12er Grundkurs Deutsch zu betreuen. Programm für die Stunde: Aufgabenzettel austeilen, Fragen zum Thema “Was geht eigentlich beim Studium so ab?” beantworten und dann aufpassen, dass alle brav sind.
Der Kurs versammelte sich langsam im Treppenhaus und während wir alle darauf warteten, dass der Raum bald aufgeschlossen wird, guckte ich mal in einige Gesichter, um dann irritiert festzustellen: “Mooomentchen mal… Die beiden kennst du aber von früher vom Spielplatz.” (Ja, Tatsache, in meiner Kindheit spielte man noch draußen mit Freunden in der Nachbarschaft.)
“Also, Sie machen hier jetzt wie lange Praktikum? 4 Wochen?” – “Ja, genau.” – “Na mal gucken, ob Sie das durchhalten.”
Wenn mir das Leute sagen, die ich vor 12, 13 Jahren vom Klettergerüst geschubst habe, bringt das irgendwie nur ein Lächeln hervor. (Auch wenn ich heute nicht mehr einen halben Kopf größer bin.)
Und überhaupt: Bei Bedarf kann ich auch mal die Krallen ausfahren. Heuten saßen sie zu über 95% auf ihrem Platz, auch wenn stilles und konzentriertes Lesen sicherlich etwas anders geht, aber ich will mal nicht so tun, als hätte ich in meiner Schulzeit ohne Anwesenheit des eigentlichen Lehrers 45min lang Böll gelesen.
09. April 2010 in Arbeitstier
Dienstag hat hier die Uni wieder begonnen: Französisch, Deutsch und Bildungswissenschaften stehen auf meinem Stundenplan, der ähnlich nett ausssieht wie der vom Wintersemester. Dazu noch Tai Sabaki Shotokan Karate (aha) und Taekwondo.
Am Dienstag ist die erste Vorlesung ausgefallen. Wahrscheinlich wäre ich aber aus Solidarität trotzdem hingegangen, Kommilitonin F. und ich hatten abgemacht, dass wir nach der Vorlesung unsere Anmeldungen für die Schulpraktischen Studien gemeinsam abgeben. So waren wir 2 Stunden früher im Büro als gedacht.
Etwas nervig an den SPS: Wir sollten eigentlich am 23.08. beginnen, das ist in Brandenburg aber der erste Schultag nach den Sommerferien und da wird mich wohl keine Schule mit Kusshand begrüßen. Theoretisch gibt es die Möglichkeit, das Praktikum auf 3 Wochen zu verkürzen, aber das muss alles noch abgeklärt werden. Zum Glück bleibt dafür auch noch genug Zeit.
Die ersten kleinen “Hausaufgaben” gibt es auch schon. Ein Text soll für Sprachpraxis übersetzt werden und im Dossier für das Lexikologie-Seminar warten auch schon 3 Texte auf mich.
Mein Referat für dieses Seminar muss ich erst am Ende des Semesters halten. Eigentlich hätte ich ganz gern das über Diatopie gehabt, nun ist es “Untersuchungen zur Synonymie”. Das ist auch recht interessant. Trotzdem werde ich immer etwas nölig, wenn ich nicht haben kann, was ich möchte… Bei Referaten, die ich gern gehalten hätte, stelle ich dann gern total blöde Fragen.
Ich habe im Gefühl, dass dieses Semester gut wird. Einfach weil es ein Sommersemester ist.
05. März 2010 in Arbeitstier
Danke für die rege Beteiligung am Gewinnspiel. Das Lost hat entschieden: Die Kekse gehen an Anna. Normalerweise würde ich die Kekse per Post verschicken, aber wenn ich mir das mal so ganz genau überlege… Du weißt, wo mein Haus wohnt! Und alternativ wissen wir auch, wo hier einige Parks sind. Außer natürlich du bestehst auf ein Päckchen.
Die Palme hat übrigens tatsächlich ein Namen, aber nicht Jean-Luc sondern Klaus. Bei mir hat ja alles einen Namen.
Die Hausarbeit hat es rechtzeitig zu meiner Dozentin ins Fach geschafft. Etwa 4750 Wörter, die hoffentlich rüberbringen, was ich seit Oktober an Wissen und Erkenntnissen gewonnen habe. Ehrlich: Ich empfinde es als persönliche Bereicherung, dieses Seminar besucht zu haben.
Gegen 17 Uhr war übrigens nicht nur die Hausarbeit fertig, ich war es auch – körperlich und geistig. Ich habe es nicht mal mehr geschafft, meine Eigenständigkeitserklärung auf Anhieb zu Unterschreiben. Fehler bei Datum und Name.
Erkenntnisse, die ich zwar durch die Hausarbeit gewonnen habe, die aber nichts mit dem Fach zu tun haben:
A) Schlaf ist kein adäquater Koffeinersatz.
Ehrlich nicht. Schlafen ist total ineffizient. Ganz davon abgesehen, dass man mit genügend Koffein im Kreislauf nur noch 4 bis 5 Stunden pro Nacht schlafen muss, verbringt man die Wachzeit auch noch im ultrahibbeligen Duracell-Modus. Es dauert dann zwar etwas, bis man einen klaren Gedanken gefasst hat, aber wenn man ihn erstmal hat, kann man plötzlich schreiben und schreiben und schreiben.
B) Koffein ist kein adäquater Schlafersatz.
Glaubt mir: Ihr wollt nicht wissen, wie ich heute Morgen aussah. Hautfarbe irgendwo zwischen Feta und Edamer, außer unter den Augen, da trug ich die Schatten großer Taten. Heute werde ich so gegen 21 Uhr ins Bett gehen, eine DVD einlegen und dann erstmal so um die 12h durchschlafen.
C) Es ist wichtig, Freunde zu haben.
Kommilitonin A. und ich waren quasi Telefonseelsorger für einander und das baut wirklich auf. Man fühlt sich plötzlich nicht mehr ganz so in diesem teilweise echt abgedrehten Stoff verloren. Und man kann auch mal lachen. Zum Beispiel über komische Krabben.
D) Es ist ganz normal, bis 5min vor der Angst zu arbeiten.
Selbst wenn ich die Hausarbeit bereits vor einer Woche oder sogar noch früher fertiggestellt hätte, hätte es wahrscheinlich immer noch so viele Kleinigkeiten gegeben, die ich nicht 100% optimal finde, und ich hätte ewig daran herumgebastelt. Man weiß einfach so viel über sein kleines Thema, dass 15 Seiten echt verdammt wenig sind. Zum Vergleich: In den meisten Fachbüchern hat allein das Aufstellen einer Arbeitsdefintion 30-50 Seiten verschlungen.
Ich werde meine Hausarbeit jetzt vom Desktop in einen Dateiordner verschieben. Ich bin zwar froh und auch ein bisschen stolz darauf, aber ich habe dazu eine ziemliche Hassliebe aufgebaut, ich will das Ding jetzt einfach nicht mehr sehen. Es reicht einfach.
Over. Out.
28. Februar 2010 in Arbeitstier

Preisfrage: Was haben die Kokospalme und das Buch wohl gemeinsam? Wer die einfallsreichste Antwort liefert, gewinnt eine Packung Kekse. Kekse gibt es vielleicht irgendwann mal wieder.
Die Hausarbeit hausarbeitet so vor sich hin. Ich bin recht zuversichtlich, alles im zeitlichen Rahmen zu schaffen, auch wenn ich in der letzten Woche etwas faul war.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, genug zu wissen, um die Arbeit schreiben zu können, über den Aufbau der Arbeit bin ich mir aber noch nicht so ganz sicher. Und dann wäre da noch die Angst vorm weißen Blatt.
Mein Thema begeistert mich täglich mehr, einfach weil es so vielschichtig ist und man sich mit einigen Aspekten wirklich kritisch auseinandersetzen muss.
Es ist zum Beispiel eine wirklich interessante Frage, inwiefern die frankokaribische Literatur des magischen Realismus überhaupt authentisch sein kann. Die Texte “funktionieren” nämlich nur dann, wenn sich der Autor der europäischen Auffassung von Realität unterwirft.
Das Buch auf dem Foto ist übrigens auch das, was ich in der Hausarbeit analysieren werde. Ohne hier jetzt zu viel vom Inhalt verraten zu wollen: Am Ende wird ein Baum verhaftet.
Bevor erst jemand fragen muss: Ja, auf der Kommode steht tatsächlich ein WALL-E. Wenn man ihn anschaltet und mit ihm spricht, macht er Geräusche, außerdem kann er mit den Augen leuchten.
17. Februar 2010 in Arbeitstier

Das ist keine Unordnung, das ist ein alternatives Ablagesystem. Haufenprinzip und so. Das unter dem Chaos ist mein Schreibtisch.
So sieht mein Schreibtisch aus, wenn ich wirklich mal etwas schaffen muss. Ich könnte aufräumen. Will ich aber nicht. Nach 5min Arbeit würde die Arbeitsfläche wieder genau wie auf dem Foto aussehen. Meistens sitze ich sowieso in der Unibibliothek.
Am Freitag habe ich angefangen, Post-Its mit zentralen Schlagworten an die Dachschräge zu kleben. Wenn mir etwas neues einfällt, klebe ich es dazu. Jeden Abend setze ich mich hin und überlege mir, ob ich zu den Schlagworten etwas schreiben kann, wie sie in Verbindung zu einander stehen, wo ich noch Lücken in meinem Wissen habe, die ich für die Hausarbeit unbedingt füllen muss.
Samstag und Sonntag war ich in der UB, jeweils 4h lesen und aus Büchern herausschreiben. Montag war ich eher unproduktiv. Gestern und heute war ich wieder jeweils 4 oder 5h lesen, markieren und rausschreiben.
Für Zerstreuung und etwas Zeit, um den Kopf auch mal wieder frei zu bekommen oder Gedanken zu ordnen, ist nebenbei auch gesagt: Am Montag Taekwondo, gestern war ich in der Kletterhalle.
Mittlerweile habe ich das Gefühl, mich in meinem Themengebiet wenigstens einigermaßen gut zurechtzufinden. Ich muss nur noch ein Buch lesen und 3,5 Seiten eines spanischen Vorworts übersetzen, dann ist die Recherche hoffentlich beendet.
Auch wenn einige Texte stellenweise durchaus etwas sehr abstrakt und abgehoben waren, bin ich mit dem Thema glücklich.
Bisher liege ich erstaunlich gut in der Zeit. Normalerweise schiebe ich solche Sachen immer bis 5min vor der Angst heraus, ich bin schon etwas stolz, dass ich dieses Mal so diszipliniert arbeiten kann. Auch wenn das bei Twitter vielleicht etwas anders wirkt.
12. Februar 2010 in Arbeitstier
Seit heute Vormittag 9:30 kann ich offiziell sagen: Ich habe das Wintersemester überstanden. Zumindest so gut wie.
Alle 4 Klausuren sind geschrieben, alle mit einem recht zufriedenen Gefühl. Auch wenn ich in einigen Momenten schon fest daran glaubte, sehr bald den Verstand zu verlieren (naheliegende Vermutung, wenn man sich dabei ertappt, im Halbschlaf von syllabischen Schrifttypen zu murmeln), habe ich wohl auch dieses Semester ohne bleibende Schäden gemeistert.
Die einzige Hürde, die ich noch bis zu den wirklichen freien Tagen überwinden muss, nennt sich Hausarbeit. Das Thema muss noch ausformuliert werden, ganz grob wird es um den Magischen Realismus, seine Rolle in der frankokaribischen Literatur und den Roman L’Homme-au-Bâton von Ernest Pépin gehen.
Mein Plan für die nächsten 5 bis 7 Tage sieht ungefähr so aus: Lesen, lesen, lesen. Danach dann 2 bis 3 Tage: Schreiben, schreiben, schreiben.
Wer meine Hausarbeit gerne zur Probe lesen will, kann / darf / sollte sich hier melden.
17. Januar 2010 in Arbeitstier
Früher, also als ich gerade in die Sekundarstufe 2 gekommen bin und mir die Notwendigkeit einiger Pflichtfächer einfach nicht bewusst werden wollte (ich habe 10 Tage meines Lebens im Geschichtsunterricht verschwendet), dachte ich immer, dass mit dem Studium alles besser wird und ich da nur noch Dinge tun würde, die mir absolut Spaß machen.
Mittlerweile weiß ich es etwas besser: Auch wenn ich mein Studium eigentlich mag, reißen mich nicht alle Veranstaltungen direkt vom Hocker. Vor allem der Urschleim ist nun mal viel Theorie, die man aber als Grundlage braucht.
Wie hier so ziemlich jeder wissen dürfte, studiere ich aktuell Französisch im 3. und Deutsch im 1. FS. Durch Französisch habe ich bereits etwas Ahnung von Sprach- und Literaturwissenschaft.
Mit den sprachwissenschaftlichen Veranstaltungen bin ich ziemlich glücklich, da verläuft alles ungefähr so, wie ich es gewohnt bin. Die literaturwissenschaftliche Vorlesung finde ich relativ in Ordnung, die Informationen kann ich irgendwie in mein Vorwissen einfügen. Das Seminar… Na ja, sagen wir’s mal so: Ein Flexi-Lineal ist schon eine tolle Sache, ihr glaubt ja nicht, mit welcher Begeisterung ich das Teil 90min in alle Richtungen biegen kann.
Wir hatten die Wahl zwischen verschiedenen Schwerpunktgebieten, ich habe mich für Lyrik und Kurzprosa des 20. Jahrhunderts entschieden, weil ich Kafka und die Expressionisten eigentlich mag.
Das Semester ist fast vorbei und wenn ich mal so durch meine Skripte und Aufzeichnungen zum Seminar blättere, dann muss ich feststellen, dass das – meiner Meinung nach – einfach keine solide Basis für ein weiteres literaturwissenschaftliches Studium ist.
Hätten wir nicht eventuell klären sollen, was ein Text ist? Hätten nicht mal Namen wie Bachtin fallen sollen? Was ist denn mit dem Russischen Formalismus und der literarischen Evolution? Wie können wir über Poesie reden, ohne näher auf die poetische Funktion von Sprache einzugehen?
In gut einem Drittel der Veranstaltungen wurden wir an das “wissenschaftliche Arbeiten” herangeführt. Wir haben gelernt, dass Informationen zu Personen in Personenlexika stehen, während wir Näheres zu Werken in Werklexika finden. Weil solche Begriffe ja auch überhaupt nicht Selbstredend sind. Außerdem haben wir auch mal im Schnelldurchlauf angerissen, wie man zitiert und bibliographiert. Weil Strategietraining im Trockenschwimm-Modus pädagogisch total wertvoll ist.
Mittlerweile arbeiten wir an Texten, ja.
Ab der 8. Klasse sollten wir uns im Deutschunterricht mit Reim, Versmaß und Kadenz auskennen, in der 9. oder 10. Klasse kamen die rhetorischen Figuren dazu, das alles wurde dann in der Oberstufe Halbjahr für Halbjahr abgefragt und bis zum Abwinken durchexerziert, durch meine Leistungskurse habe ich einen Großteil des Stoff auf 3 Sprachen parat.
Es gibt Dinge, die möchte ich im Studium einfach nicht mehr hören. Eigentlich arbeite ich in Seminaren gerne mit. Manchmal sitze ich aber auf meinem Platz, zerbiege mein Lineal und spiele mit dem Gedanken, Fragen mit “Sieht man doch!” zu beantworten.
Am 3. Februar schreiben wir die Klausur, darauf bin ich wirklich gespannt.
26. Oktober 2009 in Arbeitstier, L-eben
Eigentlich bin ich absolut kein Morgenmensch. Wer Wall-E kennt und sich an die Szene nach dem Aufstehen erinnert: Ungefähr so sieht das bei mir auch aus, etwa eine Stunde lang, tageszeitenunabhängig. Damit ich jeden Montag 07:15 fit und aufnahmefähig in der Germanistik-Vorlesung sitzen kann, klingelt der Wecker bei mir etwa 5:30, das lässt mir eine ausreichend lange Anlaufphase.
Und wenn ich dann beim Frühstück einen Sonnenaufgang wie diesen betrachten kann, bin ich auf meinen Wecker auch schon gar nicht mehr böse.
Bei einigen Kommilitonen frage ich mich allerdings wirklich, warum sie überhaupt in die Vorlesung kommen. Schlafen kann man auch zu Hause (sogar wesentlich bequemer und erholsamer als im Hörsaal) und das ewige Rumgemotze über den Dozenten bringt doch auch nichts, außer dass die Studenten, die wirklich zuhören wollen, nichts verstehen.
Mit mindestens 18 Jahren sollte man sich doch mal zusammenreißen oder sich wenigstens still beschäftigen können.
13. Juli 2009 in Arbeitstier
Das Gute daran, Studenten höherer Semester zu kennen, ist wohl, dass man bei eher unangenehmen Modulen vorgewarnt wird und auch mal die eine oder andere Information zu Professoren und deren Prüfverhalten bekommt. Im Endeffekt macht das dann aber die irgendwann real eintretende Konfrontation mit Modul / Professor / Prüfung kein Stück angenehmer. Ehrlich nicht.
Es gibt ja diesen Mythos vom “Laberfach”, bei dem man sich auch mal mit Halbwissen und etwas gesundem Menschenverstand durch die Klausur retten kann. Ganz ehrlich: Es ist Unsinn. Es ist nicht zwingend leichter. Wirklich nicht.
Als Geisteswissenschaftler hat man keine konkreten Übungsaufgaben (die ich mir manchmal wirklich sehr wünschen würde), keine genaue Vorstellung davon, was man wohl in der Klausur gefragt werden könnte, dafür aber einen unerschöpflichen Vorrat an Skripten, eine riesige Menge verschiedener Definitionen zu einem Gegenstand und irgendwie zieht man sich dann daraus für die theoretischen Klausuren das Wissen, von dem man denkt, dass es einen am ehesten zum “Labern” befähigt. Für die praktischen Klausuren macht man quasi das Gleiche, nur mit dem Satz des Dozenten im Hinterkopf “Sie müssen einfach nur etwas psycho werden.”
Und dann gibt es auch noch die “Laberfächer”, die in Wirklichkeit gar keine sind. 103 Seiten Skript in BiWi und theoretisch sollte ich alles mehr oder weniger auswendig wissen.
Mein Plan für die Woche?
Bis Mittwochnachmittag immer wieder die Skripte durchgehen, eine bestmöglichen Überblick über die Themen gewinnen. Den restlichen Mittwoch und am Donnerstagabend dann fröhliches Bulimie-Lernen von Definitionen, Zitaten und Jahreszahlen. Donnerstag 14:00 Klausur schreiben, gegen 15:30 abgeben, den Raum verlassen und den imaginären Knopf drücken “Clear all memory.”
Nein, das ist nicht irgendwie sinnfrei. Bildung ist Selbstzweck (steht so im Skript).