31. März 2010 in Herzsprung, L-eben
Was sicherlich schon die meisten wissen dürften: Vor etwa zwei Wochen ist Martin bei mir eingezogen, demnächst wird dann auch eine gemeinsame Wohnung gesucht.
Dass der Partner so die eine oder andere kleine Macke hat, weiß man nach fast 3 Jahren Beziehung eigentlich. Wie sich das dann aber ganz genau auf den Alltag auswirkt, merkt man wahrscheinlich aber wirklich erst, wenn es so weit ist.
Samstag stand mir der Kopf nach dem kompletten Körperpflegeprogramm, was schon mal so 2 Stunden dauern kann. Und wenn ich dann im Bad bin, bin ich eben im Bad. Vorher schließe ich aber die Wohnung von innen ab (Feuerschutztür, normalerweise kann die jeder von außen öffnen) und lasse den Schlüssel hängen, damit ich mich auch dran erinnere, wieder aufzuschließen.
Eigentlich war alles so geplant, dass ich fertig wäre, bevor Martin wieder zu Hause ist. Uneigentlich war bei ihm auf Arbeit aber so wenig los, dass er 2 Stunden früher gehen durfte. Die Wohnungstür konnte er dann natürlich nicht aufschließen, weil ja mein Schlüssel von innen steckte, und ich habe sein Klopfen unter der Dusche nicht gehört. Also musste er 15min im Treppenhaus warten.
Abends passiert es auch häufiger, dass Martin – wie jeder Mensch mit normalem Tagesrhythmus – ziemlich fertig ins Bett fällt. Leider bin ich beim Einschlafen meist keine große Hilfe.
Gestern fing ich gegen Mitternacht an, ihm vorzurechnen, wie viele Stunden man im Bachelorstudium unter welchen Umständen wöchentlich für die Uni opfern sollte.
Manchmal tut er mir schon etwas leid.
04. Januar 2010 in Herzsprung
Im Mondlicht
an deinem Herzen liegend,
Nacht einatmend,
in deinen Armen wiegend,
möchte ich
dir die Liebe erklären.
Tag für Tag.
(Plump. Phrasen dräschend. Nichts, dass es so nicht schon mindestens 1000mal gegeben hätte. Aber das erste, das nach 4 Jahren in Versen aufs Papier wollte.)
17. August 2009 in Herzsprung
C: Hat [dein bester Freund] eigentlich jemals irgendeinen Kommentar über mich abgelassen, auch wenn’s noch 2006 oder so war?
J: Ne, wieso?
C: Ähm… Ich nehme an, dass du sitzt?
J: Ja
C: Ich war 2006 ziemlich verknallt in dich. Also so richtig, nicht nur so’n bisschen.
J. hatte es geahnt, war sich aber nicht ganz sicher, weil ich es nie zugegeben habe. Für ihn war es immer nur Freundschaft. Und er ist froh, dass er mir das damals nicht ins Gesicht sagen musste. Ich bin auch froh. Darüber, dass er es mir damals nicht ins Gesicht sagen musste, und darüber, dass ich jetzt endlich gebeichtet habe.
Heute ist ein schöner Tag.
03. August 2009 in Herzsprung
Es gibt Momente, auf die wartet man eine halbe Ewigkeit, bis sie plötzlich winkend an einem vorbeiziehen und anschließend ist man sauer, weil man den perfekten Augenblick einfach verpasst hat. Auf einige Momente wartet man noch viel länger, weil es diese Momente einfach nie geben wird.
Vor 3 Jahren war ich unsterblich in J. verliebt, gesagt habe ich es ihm nie. Seit 3 Jahren geistert immer wieder ein dickes Was wär gewesen, wenn durch meinen Kopf, nachdem ich es fast vergessen hatte, kam es vor anderthalb Wochen wieder.
Ich habe es J. damals nicht gesagt, weil ich bei dem Satz immer wieder das Klischee von Girlies im Kopf habe, die stundelang das Poster eines Popstars anschmachten und dann 2 Oktaven zu hoch Ach, er ist so süüüß!!! quietschen. Ich möchte von mir behaupten, keins dieser Kreisch-Girlies gewesen zu sein. Vor allem aber gab es viele Gründe, warum J. so ein besonderer Mensch für mich war (und noch immer ist) – “süüüß” gehörte nicht unbedingt dazu.
Kämen wir aus Frankreich, hätte es ein einfach es Je t’aime. getan, weil es alles Mögliche zwischen “mögen” und “lieben” abdeckt. Wir kommen aber nicht aus Frankreich, und so habe ich gar nichts gesagt, weil es ein Ich liebe dich. nicht getroffen hätte und weil ein Ich mag dich. einfach überflüssig war.
Letzte Woche wollte ich es J. sagen, wirklich. Nur so, rein Interesse halber, damit das Was wär gewesen, wenn endlich etwas Substanz bekommt, damit ich es nehmen, verpacken und weit weglegen kann, für schlechte Zeiten, zum dran Erinnern.
Aber dann habe ich ihn über Lemmata ausgefragt. Nur so, rein Interesse halber, weil der perfekte Augenblick für ein “Ich weiß ja nicht, ob du’s geahnt hast, aber ich war damals ziemlich verknallt in dich.” sowieso nie kommen wird.
25. Juli 2009 in Herzsprung
Manchmal träume ich totalen Stuss. Zum Beispiel, dass ich nach Algerien entführt und dort in einer Pyramide (in Algerien!?) versteckt werde. Es gibt aber auch Träume, die verdammt wirklichkeitsnah sind, und es ist beängstigend, wie oft diese Träume dann auch irgendwie wahr werden.
- Stehe ich hier etwa im Konkurrenzkampf mit jemandem?
- Nein…
- Gut, denn wenn’s so wäre, müssten wir mal ernsthaft reden.
Ich weiß nicht, ob nette Worte allein noch helfen, wenn er nach so langer Zeit ernsthafte Konkurrenz bekommt. Lieber rede ich schon vorher, auch wenn ich Gespräche mit viel “Angenommen…” und “Es könnte ja sein…” eigentlich nicht mag, so von wegen sich selbst erfüllender Prophezeihung.
Eigentlich ist nichts. Und eigentlich wird in absehbarer Zukunft auch nichts sein. Aber, wie sagt man doch so schön, on ne sait jamais.
23. Juli 2009 in Herzsprung, L-eben

(Copic Multiliner 0.05)
Nach der 12. Klasse hatte ich Kunst abgewählt, es gab ein Bild, mit dem ich relativ zufrieden war, meistens hat mich der Unterricht aber genervt und seitdem hatte ich deswegen keinen Stift mehr zum Zeichnen in der Hand.
Ganz davon abgesehen, dass ich nicht zu den Überbegabten gehöre, was den Umgang mit Stift und Pinsel angeht, ich mag keine Fächer, in denen zu 90% nur nach Nase und nicht nach Leistung bewertet wird. Der Höhepunkt war aber jedes Mal, dass wir unsere Bilder selbst interpretieren mussten – und das im Zweifelsfall auch mal falsch sein konnte.
Fürs Zeichnen gilt wie für sehr viele andere Dinge auch: Können würd ich’s schon gern. Nur lernen möcht ich’s nicht.
Mein Unterbewusstsein weiß Dinge, die ich nicht weiß. Meine Träume sind verwirrend. Hat sicher Gründe…
02. Dezember 2008 in Herzsprung
Normalerweise möchte ich bei Aktionen, die eine mehrstündige Reise zwangsläufig mit sich führen, mindestens 12 Stunden vorher einen groben Ablaufplan haben. Wenn ich mich aber “normalerweise” auf ein schönes Wochenende mit meinem Lieblingsmann freue, beinhaltet das nicht, dass er eine Autopanne hat, die alles Geplante komplett verhindert, und ganz nebenbei auch noch die Frage im Raum steht, ob wir uns überhaupt nochmal vor Weihnachten sehen (was letztendlich auch der Grund war, warum ich so geknickt war).
In solchen Ausnahmesituationen kann man schon mal alte Gewohnheiten komplett außer Acht lassen, die nächstbeste Zugverbindung raussuchen, schnell das Nötigste zusammenpacken und sich dann halb überstürzt zum Hauptbahnhof aufmachen.
Dort angekommen, habe ich mir erstmal mein Ticket für den ICE nach Berlin geholt. Bis mir dann einfiel, dass ich gar nicht nach Berlin möchte, sondern nach Frankfurt – in Berlin sollte ich bloß umsteigen.
Nun ist ja Gott sei Dank nicht überall, wo “DB” drauf steht, auch tatsächlich Deutsche Bahn drin, in Leipzig konnte ich mir das Ticket für die restliche Strecke natürlich nicht besorgen, weil ich die letzten 100km ja nur im Tarifbereich des VBB fahren würde, Leipzig aber zum MDV gehört.
In Berlin angekommen musste ich dann feststellen, dass ich mein Ticket dort auch nicht ohne Weiteres bekomme, weil die meisten Ticketautomaten in Berlin etwas gegen meine EC-Karte haben (bzw. dieses Mal ausnahmsweise wirklich etwas sehr wenig Geld auf meinem Konto war) und ich natürlich auch nicht genügend Bargeld bei mir hatte, um überhaupt irgendwie in die Nähe von Frankfurt zu kommen.
Zum Glück gibt es aber Männer, die es einfach nicht ansehen können, wenn kleine 19-jährige Mädchen weinend auf dem Bahnsteig stehen, und so wurde mir die Strecke nach Fürstenwalde zur Hälfte gesponsort, von wo aus mich dann Martin geholt hat.
Das Wochenende selbst war dann natürlich wunderschön. Wir haben ein paar Weihnachtseinkäufe erledigt, sind ein bisschen durch die Stadt gebummelt und haben ein paar DVDs geschaut. Es war ein schönes Adventwochenende.
Ich freue mich wirklich schon darauf, über die Feiertage mal wieder etwas länger in Brandenburg zu sein, es sind ja auch nur noch 18 Tage, bis ich in den Zug steige und mein Männchen wieder sehe.
Euch allen wünsche ich eine schöne Vorweihnachtszeit.
28. November 2008 in Herzsprung
… ich hab mich in meinem Bett zusammengerollt, die Decke über den Kopf gezogen und heule.
Fernbeziehungen sind blöd.
Wenn man grad keine Schoki zu Hause hat, kann man übrigens auch 2cm dick Nougat-Creme auf eine Toastscheibe schmieren.
19. Oktober 2008 in Herzsprung

(Muscheln suchen und finden am Limfjord, August 2008)
Leipzig hat viele schöne Seiten. Ich mag meine Wohnung, meine Universität, die Innenstadt, den Johanna-Park und meine Kommilitonen. Es gibt viele Dinge hier, die ich hier noch gern erleben möchte.
Nur leider fehlt im Moment der Mensch, mit dem ich die kleinen Freuden des Alltags am liebsten teile.
Es macht alleine einfach keinen Spaß, am Wochenende ewig im Bett zu bleiben oder dort zu frühstücken. Es reizt mich auch nur wenig, allein in den nächsten Park zu gehen und dort den Herbst zu genießen.
Natürlich kann man auch positive Seiten am Leben als “Teilzeitsingle” finden. Aber meistens fällt das unheimlich schwer.
Das Schönste ist immer das Wiedersehen und die Erkenntnis, wie glücklich man in trauter Zweisamkeit ist und dass das Warten sich wirklich lohnt. Es sind noch 11 Tage, bis ich mit Martin zum Völkerschlachtdenkmal oder dem Cospudener See fahren kann.